Donnerstag, 7. Juli 2016

Rezension "Alles was ich sehe" von Marci Lyn Curtis

Maggie hasst ihr neues Leben als Blinde. Sie will keine tapfere Kranke sein, und auf Unterricht
von anderen Blinden kann sie gut verzichten. Nach einem missglückten Streich passiert es: Sie kann
wieder sehen! Nur einen Ausschnitt der Welt, genauer: einen zehnjährigen Jungen namens Ben. Mit Hilfe
des altklugen und hinreißenden Jungen scheint sie einen Teil ihres alten Lebens zurückzubekommen.
Und Bens großer Bruder Mason ist Sänger in Maggies Lieblingsband. Und ziemlich attraktiv. Doch er lässt
sie abblitzen, weil er denkt, dass Maggie ihre Blindheit vortäuscht – was ja irgendwie stimmt. Dann kommt
heraus, warum sie ausgerechnet Ben sehen kann. Quelle: Carlsen (Königskinder)



Titel: Alles was ich sehe ▪ Autor: Marci Lyn Curtis ▪ Preis: EUR 18,99
Verlag: Carlsen Königskinder (18. März 2016) Gebundene Ausgabe: 432 Seiten ▪  ISBN: 978-3551560223

"Ich vermisse diese Minuten in der Abenddämmerung, wo es nicht mehr Tag,
aber auch noch nicht Nacht ist. [...] Ich vermisse das leuchtende Rot der Sonnenaufgänge.
Und Wolken. Sterne. Gott, ich vermisse die Sterne." S. 157

Meine Meinung: Wow, das Buch hat mich wirklich umgehauen. Ich bin ohne Erwartungen rangegangen und wurde einfach verzaubert. "Alles was ich sehe" ist eine bewegende Geschichte über das Leben, die Freundschaft und die Liebe. Der Schreibstil ist leicht und flüssig, sodass man gleich von der ersten Seite in die Geschichte eintaucht. Die Aufmachung des Buches ist wunderschön. Sogar ohne den Schutzumschlag ist das Buch ein wahrer Hingucker.

Seit sechs Monaten ist Maggie durch eine Hirnhautentzündung blind. Sie hasst es blind zu sein und möchte ihren Alltag als blindes Mädchen nicht akzeptieren.
Ich konnte mich richtig in Maggie hineinversetzen. Ich habe mir immer vorgestellt, wie es ist, blind zu sein und wie schwer es für einen sein muss, plötzlich wieder sehen zu können und dann wiederum doch nicht. Die Geschichte wird aus Maggies Sicht erzählt. Seitdem Maggie blind geworden ist, kann sie nicht mehr ihrer großen Leidenschaft dem Fußball nachgehen. Die Beziehung zu ihrer Mutter hat sich auch verschlechtert, da der Fußball sie miteinander verband. Seitdem ihre Mutter nicht mehr selber spielen kann, setzt sie ihre große Hoffnung in Maggie. Zu ihren besten Freundinnen hat Maggie zudem auch kaum noch Kontakt. Maggie fühlt sich ganz alleine in ihrer Welt, die, wie sie selber sagt, aus Nichts besteht.

Durch Ben gewinnt sie wieder Hoffnung und seine Lebensfreunde steckt Maggie an. Ben ist so ein toller Charakter, so dass man ihn gleich ins Herz schließen und lieb haben muss. Auch den Charakter Mason, der Bens Bruder aber auch der Sänger von Maggies Lieblingsband ist, habe ich sehr gemocht. Alle Protagonist waren glaubwürdig. Und die Charakterentwicklung von Maggie hat mir sehr gefallen. Am Anfang war sie ein stures Mädchen, die ihre Blindheit nicht akzeptiert. Zum Ende hin wird sie ein starkes Mädchen, dass lernt, das Leben zu lieben und erkennt, was es heißt, auf sich allein gestellt zu sein und damit auch zurecht zu kommen.

Fazit: Die Geschichte hat mich zum Lachen aber auch zum Weinen gebracht. Sie regt einen zum Nachdenken an. Ich kann das Buch jedem Leser ans Herz legen, der wunderschöne Geschichten voller authentischer Charaktere mit viel Humor, einem wunderschönen Schreibstil und vielen Emotionen liebt. Eine Achterbahnfahrt der Gefühle.


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